Quelle:  http://fonds-missbrauch.de/?63

Gibt es einen Unterschied zwischen den Leistungsbenachrichtigungen, die Betroffene im familiären Bereich und Betroffene im institutionellen Bereich erhalten?

Ja. Im familiären Bereich berät die Clearingstelle über die Anträge und die Geschäftsstelle erlässt Bescheide, sogenannte Verwaltungsakte. Gegen diese Bescheide kann die Antragstellerin beziehungsweise der Antragsteller Rechtsmittel einlegen. Da die Gelder für die Betroffenen durch den Bund als Zweckvermögen bereitgestellt werden und die Geschäftsstelle des Fonds beim Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (einer obersten Bundesbehörde) angesiedelt ist, kann aufgrund gesetzlicher Bestimmungen kein Widerspruch gegen einen Bescheid der Geschäftsstelle eingelegt werden. Als Rechtsmittel gegen den Bescheid ist Klage beim Verwaltungsgericht Berlin einzureichen. Entsprechende Informationen erhalten Sie mit dem Bescheid. Im familiären Bereich werden die Kosten für die Hilfen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) finanziert.

Im institutionellen Bereich kommen die Institutionen für die Kosten der Hilfen auf. Die Clearingstelle gibt in Bezug auf diese Anträge eine Empfehlung hinsichtlich der beantragten Hilfen ab. Letztendlich entscheidet aber die Institution selbst, ob sie die Empfehlung umsetzt oder nicht. Die Empfehlung der Clearingstelle ist für die Institution nicht verbindlich. Das bedeutet, dass die Institution darüber entscheidet, ob und wenn ja welche Hilfen die Antragstellerin beziehungsweise der Antragsteller erhält. Diese Kosten sind dann von den Institutionen zu zahlen. Folgt die Institution nicht den Empfehlungen der Clearingstelle, so kann sich die Antragstellerin beziehungsweise der Antragsteller nicht an den Fonds Sexueller Missbrauch wenden. Der Bund beziehungsweise die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch stellt für den institutionellen Bereich lediglich die Organisationsstruktur zur Verfügung. 

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