Fonds Sexueller Missbrauch

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Antragstellung beim Fonds Sexueller Missbrauch

Antragstellung

Mit dem Antragsformular können Betroffene von sexuellem Missbrauch im familiären Bereich Hilfeleistungen bis zu 10.000 Euro aus dem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich beantragen.

Menschen mit Behinderung können darüber hinaus Mehraufwendungen bis zu einer Höhe 5.000 Euro beantragen, die notwendig und angemessen sind, damit sie die Hilfeleistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen können (z.B. Assistenz, erhöhte Mobilitätskosten).

Anträge können weiterhin gestellt werden.

Neues Antragsformular mit Checkliste Stand Februar 2015

Bitte beachten Sie, dass das Öffnen des Antragsformulars aufgrund der Dateigröße etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

Wer kann Leistungen beantragen?

Antragsberechtigt beim Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich sind Betroffene, die als Kinder oder Jugendliche sexuell missbraucht wurden, also zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

Zeitliche Voraussetzung ist, dass die Tat zwischen dem 23. Mai 1949 (Gründung der Bundesrepublik) bzw. 7. Oktober 1949 (Gründung der Deutschen Demokratischen Republik) und vor dem 30. Juni 2013 (Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs - StORMG) am begangen wurde.

Örtliche Voraussetzung ist, dass die Tat auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bzw. der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik begangen wurde.

Beratungssuche

Für die Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung beim „Fonds Sexueller Missbrauch“ wird fortlaufend das Netz der Beratungsstellen erweitert. In jedem Bundesland gibt es durch die Geschäftsstelle des Fonds speziell geschulte Beraterinnen und Berater, an die sich Betroffene wenden können. Betroffene können sich an jede auf der Karte aufgeführte Beratungsstelle wenden.

Antragsverfahren im familiären Bereich

Das Schaubild zeigt das Antragsverfahren im familiären Bereich.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

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Der/die Antragsteller/in bzw. die im Antrag angegebene bevollmächtigte Kontaktperson (folgend: Kontaktperson) erhält nach der Antragstellung von der Geschäftsstelle eine Eingangsbestätigung und eine persönliche Anonymisierungsnummer (PAN) zugeschickt.

Die Geschäftsstelle fragt ggf. bei Antragstellern/innen bzw. der Kontaktperson nach, falls der Antrag nicht vollständig ist. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn nicht alle Unterschriften vorhanden sind, die gesetzliche Vertretung unklar ist oder Angaben komplett fehlen, die die Clearingstelle zur Entscheidung dringend benötigt (z.B. keine Angaben zum Alter, Zeitraum der Tat/en oder zu beantragten Leistungen).

Anschließend wird der Antrag in der Geschäftsstelle anonymisiert. Das bedeutet, dass alle personenbezogenen Daten (Name, Adresse, Versicherungsnummern etc. und Namen anderer Personen aus dem persönlichen Umfeld sowie Täternamen) unkenntlich gemacht werden. Die personenbezogenen Daten der Antragsteller/innen werden nur von wenigen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern der Geschäftsstelle gesehen. Die Anträge werden in der Geschäftsstelle verschlossen aufbewahrt. Die Geschäftsstelle achtet bei jedem Verfahrensschritt darauf, dass außer den damit betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern niemand unbefugt Zugriff auf die Anträge und Daten hat.

Die anonymisierten Anträge werden den Mitgliedern der Clearingstelle zur Entscheidung vorgelegt. Die Clearingstelle entscheidet über jeden Antrag einzeln nach den Vorgaben der Leitlinien im familiären Bereich. Diese Leitlinien über die Gewährung von Fondsmitteln beschloss der Lenkungsausschuss des Fonds in seiner ersten Sitzung im April 2013.

Die Leitlinien in der aktuellen Fassung vom 17.06.2016 können Sie hier einsehen:

Leitlinien zur Gewährung von Leistungen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich

Bitte beachten Sie, dass das Öffnen der Leitlinien aufgrund der Dateigröße etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

 

Nach der Entscheidung der Clearingstelle überprüft die Geschäftsstelle die Entscheidung auf Ermessensfehler und Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht sowie auf Übereinstimmung mit den Leitlinien.

Anschließend übersendet die Geschäftsstelle den Antragsteller/innen bzw. der Kontaktperson die Leistungsentscheidung. Bei der Leistungsentscheidung handelt es sich um einen Verwaltungsakt in Form eines Bescheides.

Falls die Clearingstelle noch weitere Angaben für eine Entscheidungsfindung benötigt, erfragt die Geschäftsstelle diese bei den Antragstellern bzw. der Kontaktperson.

Gegen eine ablehnende Entscheidung können die Antragsteller/innen innerhalb eines Monats nach Zustellung Klage erheben. Da die Geschäftsstelle organisatorisch dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zugeordnet ist, kann nach den Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes kein Widerspruchsverfahren durchgeführt werden.

Ändern sich Tatsachen und Umstände nach der Entscheidung der Clearingstelle oder auch während der Bearbeitungsdauer, kann dies der Geschäftsstelle schriftlich unter Angabe der PAN mitgeteilt werden. Ist das Verfahren bereits abgeschlossen, werden Nachreichungen als Folgeanträge behandelt. Das bedeutet, dass Folgeanträge wie ein neuer Antrag behandelt werden. Ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen, weil z.B. die Entscheidung der Clearingstelle noch aussteht oder bewilligte Leistungen geändert werden müssen, werden schriftliche Nachreichungen dem Entscheidungsgremium der Clearingstelle in seiner nächsten Sitzung direkt wiedervorgelegt.

Aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Anträge beträgt die Bearbeitungsdauer derzeit mehrere Monate.

Antragstellung im institutionellen und in anderen Bereichen

Antragstellung

Betroffene, die in ihrer Kindheit oder Jugend in Institutionen sexuell missbraucht wurden, können mit dem Antragsformular auch Anträge auf Hilfeleistungen bis zu 10.000 EUR stellen. Die von diesen Betroffenen beantragten Hilfeleistungen werden jedoch nicht aus dem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich finanziert, sondern von den verantwortlichen Institutionen selbst bewilligt und bezahlt. Institutionelle Anträge können nur bearbeitet werden, soweit sich die Institutionen am Ergänzenden Hilfesystem beteiligen.

Derzeit sind folgende Institutionen Teil des Ergänzenden Hilfesystems Institutioneller Bereich:

     

  • die Evangelische Kirche Deutschland
  • die Diakonie Deutschland
  • die Deutsche Bischofskonferenz
  • die Deutsche Ordensobernkonferenz
  • der Deutsche Olympische Sportbund
  • der Deutsche Caritasverband
  • das Deutsche Rote Kreuz
  • der Deutsche Kinderschutzbund
  • die Arbeiterwohlfahrt
  • die Freie und Hansestadt Hamburg
  • der Freistaat Sachsen
  • das Land Schleswig-Holstein
  • das Land Berlin
  • das Land Baden-Württemberg
  • der Freistaat Bayern
  • das Land Brandenburg
  • der Freistaat Thüringen
  • das Saarland
  • das Land Rheinland-Pfalz
  • das Land Niedersachsen
  • das Land Hessen
  • das Land Mecklenburg-Vorpommern
  •  

weitere Länder werden folgen.

Die allgemeinen Voraussetzungen für die Beantragung von Leistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem im institutionellen Bereich decken sich mit denen im familiären Bereich. Für die Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung können Sie sich an die Beratungsstellen auf der Karte wenden.

Antragstellung im institutionellen Bereich

Das Schaubild zeigt das Antragsverfahren im institutionellen Bereich.
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Es gibt nur ein Antragsformular für Leistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem. Das Antragsverfahren im familiären Bereich unterscheidet sich jedoch wesentlich von dem Verfahren im institutionellen Bereich. Im familiären Bereich bewilligt der Bund die Leistungen, die aus Mitteln des Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich finanziert werden. Im institutionellen Bereich bewilligen und finanzieren die verantwortlichen Institutionen selbst die Leistungen.

Die Anträge im institutionellen Bereich nimmt die Geschäftsstelle Fonds sexueller Missbrauch im familiären Bereich entgegen. Formal handelt es sich um einen Antrag an die Institution.

Nach Antragseingang fragt die Geschäftsstelle des Fonds gegebenenfalls bei den Antragstellern bzw. der Kontaktperson nach, falls der Antrag nicht vollständig ist oder aus dem Antrag nicht hervorgeht, in welcher Institution der Missbrauch stattfand.

Bevor der Antrag an die Institutionen übersandt werden kann, wird dafür durch die Geschäftsstelle eine gesonderte Einwilligungserklärung von den Antragstellern abgefragt.

Nachdem die Einwilligung zur Übersendung vorliegt, werden neben den personenbezogenen Daten der Antragsteller/in und weiterer Personen aus dem persönlichen Umfeld der Antragsteller/in sowie Täternamen (auch bei Missbrauch im institutionellen Bereich) auf Grund datenschutzrechtlicher Vorgaben anonymisiert. Anschließend wird der anonymisierte Antrag mit einem Personendatenblatt an die entsprechende Institution zur Stellungnahme weitergeleitet.

Die Institution kann gegebenenfalls Nachfragen an die Antragsteller/innen bzw. die Kontaktpersonen stellen sowie nach dem Namen der Täters/ der Täterin fragen.

Die Stellungnahme der Institution wird zusammen mit dem Antrag der Geschäftsstelle übermittelt.

Die Stellungnahme und der anonymisierte Antrag werden den Mitgliedern der Clearingstelle zur Abgabe einer Empfehlung vorgelegt. Die Clearingstelle berät über jeden Antrag einzeln nach den Vorgaben der Leitlinien im institutionellen Bereich. Diese entsprechen den Vorgaben der Leitlinien im familiären Bereich und wurden zwischen den Institutionen, Betroffenenvertretern bzw. -vertreterinnen und dem Bund abgestimmt.

Im Unterschied zum familiären Bereich gibt die Clearingstelle zu den Anträgen nur Empfehlungen ab, die der entsprechenden Institution übermittelt werden. Diese trifft dann die Entscheidung über den Antrag und teilt das Ergebnis der Geschäftsstelle zur Weiterleitung an den/die Antragsteller/innen bzw. der Kontaktperson mit.

 

Kontakt

Infotelefon Fonds Sexueller Missbrauch

Betroffene, aber auch Angehörige und Freunde von Betroffenen können über die folgende Rufnummer in Kontakt treten:

Telefonnummer: 0800 400 1050 (kostenfrei und anonymisiert*)

Sprechzeiten:

Mo: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Di: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Mi: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Do: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Fr: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Jedoch nicht an Feiertagen und am 24. und 31. Dezember.

*Ihre Telefonnummer wird nicht übermittelt.

Postanschrift

Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch
(oder nur: GStFSM)

Glinkastraße 24

10117 Berlin

 

Einreichen von Antragsunterlagen

Um eine bewilligte Leistung von der Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch erstattet zu bekommen, muss eine formal korrekte Rechnung eingereicht werden.

Die Auszahlungsdauer der Fondsmittel wurde um zwei Jahre verlängert. Die Auszahlung der Fondsmittel ist somit derzeit bis Ende 2019 möglich. Damit eine rechtzeitige Auszahlung erfolgen kann, sollten Rechnungen für bewilligte Leistungen bis zum 01.12.2019 bei der Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch eingereicht werden.

Informationsblatt zum Einreichen von Rechnungen

Bitte beachten Sie, dass das Öffnen des Informationsblatts zum Einreichen von Rechnungen etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

 

Adressänderung

Falls sich Ihre Adresse während der Antragsbearbeitung ändert, teilen Sie uns das bitte unterschrieben auf dem Postweg mit. Für die Adressänderung können Sie die Vorlage verwenden.

Mitteilung Adressänderung

Bitte beachten Sie, dass das Öffnen des Mitteilungsschreibens Adressänderung etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

Beratungssuche

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Zur Beratungssuche

Kontakt

Auskünfte zu den Regelungen des Fonds und zum Ergänzenden Hilfesystem sowie Informationen zu Beratungsangeboten erhalten Sie unter folgender kostenloser anonymisierter* Telefonnummer oder über das Kontaktformular:

0800 400 10 50

* Ihre Telefonnummer wird nicht übermittelt.

Sprechzeiten

Mo: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Di: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Mi: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Do: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Fr: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Jedoch nicht an Feiertagen und am 24. und 31. Dezember

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