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Wird ein Strafverfahren eingeleitet bzw. der Täter-/Täterinnenname erfragt, wenn ich den Antrag stelle?

Die Täterin oder der Täter wird von Seiten der Geschäftsstelle nicht über die Antragstellung informiert. Die Namensnennung der Täterin oder des Täters ist für die Antragstellung nicht erforderlich und wird anderen Personen oder Strafverfolgungsbehörden nicht mitgeteilt. Das Personal der Geschäftsstelle erstattet keine Strafanzeige.

Etwas anderes kann bei den Institutionen gelten, die dem Ergänzenden Hilfesystem beigetreten sind. Diese benötigen gegebenenfalls bei der Antragsprüfung Namen von Täterinnen oder Tätern. Aus datenschutzrechtlichen Gründen erfasst die Geschäftsstelle diese im Antrag nicht und leitet diese somit auch nicht an Institutionen weiter. Die Institution kann diese nur direkt bei den antragsstellenden Personen erfragen. Sobald der Institution der Name der Täterin oder des Täters bekannt ist, besteht die Möglichkeit, dass die benannte Person durch die Institution informiert beziehungsweise angehört wird. Es könnte sein, dass von Seiten der Institution gegebenenfalls Strafanzeige erstattet wird. Dadurch kann die Täterin beziehungsweise der Täter Kenntnis von der Antragstellung erlangen. Dies könnte dazu führen, dass sie beziehungsweise er eventuell selbst eine Strafanzeige wegen Verleumdung oder ähnliches gegen die Antragstellerin beziehungsweise den Antragsteller erstattet. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Ermittlungsverfahren gegen die Täterin oder den Täter und gegen die Antragstellerin beziehungsweise den Antragsteller auf Initiative der Täterin beziehungsweise des Täters eingeleitet werden.

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