Fonds Sexueller Missbrauch

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Welche Leistungen bietet mir der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich?

Der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich ermöglicht verschiedene Leistungen, die die Leistungen des gesetzlichen und sozialrechtlichen Systems ergänzen. Für diese sogenannten "Sachleistungen" stehen pro Person maximal 10.000 Euro zur Verfügung. Besteht ein erhöhter Leistungsbedarf aufgrund von Schwerbehinderung, kann zusätzlich ein Mehrbedarf von bis zu 5.000 Euro bewilligt werden. Beim Vorliegen einer Schwerbehinderung erfolgt keine automatische Anhebung des Sachleistungsbetrages von 10.000 € auf 15.000 € pro Person. Der behinderungsbedingte Mehraufwand kann nur dann gewährt werden, wenn eine Antragstellerin/ein Antragsteller eine Leistung aufgrund ihrer/seiner Behinderung sonst nicht wahrnehmen könnte.

Bis zu dieser Höchstgrenze können folgende Hilfen, auch nebeneinander, gewährt werden:

  1. Psychotherapeutische Hilfen, soweit sie über das von GKV, PKV, GUV oder OEG abgesicherte Maß hinausgehen:

    • Fortführung einer Psychotherapie nach Beendigung der Finanzierung durch die Krankenversicherung
    • Vor- beziehungsweise Überbrückungsfinanzierung zu Beginn einer Psychotherapie,
    • Kostenübernahme für Psychotherapien, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden (zum Beispiel mangels Kassenzulassung des Therapeuten),
    • Kostenübernahme für anerkannte Komplementär- und Fachtherapien (unter anderem Musik-, Kunst- und tiergestütze Therapien).

  2. Übernahme von angemessenen Kosten zur individuellen Aufarbeitung des Erlebten, zum Beispiel angemessene Kosten, die im Zusammenhang mit Fahrten zum Ort des Geschehens, zu therapeutischen Sitzungen und zu Beratungsstellen anfallen, oder Kosten, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Angeboten von Selbsthilfeorganisationen anfallen.
  3. Unterstützung bei besonderer Hilfsbedürftigkeit, zum Beispiel Hilfe bei der Beschaffung von Heil- und Hilfsmitteln, zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie, Bäder, Massagen, Logopädie (medizinische Dienstleistungen) und Rollstühle, Prothesen, Hörgeräte (sächliche medizinische Leistungen).
  4. Beratungs- und Betreuungskosten, zum Beispiel Unterstützung beim Umgang mit Behörden oder Gerichten, wie zum Beispiel begleitende Assistenz oder individuelle Unterstützung, sofern die Kosten nicht durch andere Stellen abgedeckt werden. Beratungs- und Betreuungskosten umfassen nicht Rechtsanwalts- und Gerichtskosten sowie Selbstbeteiligungskosten von Rechtsschutzversicherungen.
  5. Unterstützung von Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen, zum Beispiel Kostenübernahme für das Nachholen von Schulabschlüssen, Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums oder Umschulungen.
  6. Sonstige Unterstützung in besonderen Härtefällen:

    Ein „besonderer Härtefall“ liegt vor, wenn in einer höchst individuellen Fallgestaltung eine nicht zu den regulären Leistungen gemäß den oben genannten Ziffern 1. bis 5. gehörende Unterstützung am besten geeignet erscheint, dem Betroffenen/der Betroffenen zu helfen, sein/ihr Leiden zu überwinden und wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

    Dazu gehört u.a. Unterstützung zur Verbesserung der Mobilität oder der Wohnsituation. Ob ein „besonderer Härtefall“ vorliegt und die Voraussetzungen gegeben sind, wird im Einzelfall entschieden. Das Vorliegen einer sozialen Notlage allein ist für die Annahme eines Härtefalls nicht ausreichend.

  7. Reise- und Übernachtungskosten:

    Fahrtkosten zu einer auf Wunsch des Betroffenen/der Betroffenen beteiligten Beratungsstelle werden im Fall einer positiven Entscheidung über den Leistungsantrag übernommen und von der Geschäftsstelle gegebenenfalls auf Empfehlung der Clearingstelle festgesetzt.

Wichtig ist, dass im Antrag deutlich wird, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der gewünschten Leistung und dem erlittenen sexuellen Missbrauch besteht und inwiefern die gewünschte Leistung geeignet ist, um die Folgebeeinträchtigung des sexuellen Missbrauchs zumindest zu lindern. Zudem sind konkretere Angaben zu den gewünschten Hilfen, zum Beispiel die Nennung der Art der gewünschten Hilfe, der Anbieter/die Anbieterin, die Kosten und der Umfang erforderlich.

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Kontakt

Wenn Sie

  • Fragen zum Thema sexueller Missbrauch haben,
  • allgemeine Auskünfte zur Antragstellung beim Ergänzenden Hilfesystem wünschen,
  • Informationen zu Beratungsangeboten benötigen oder
  • eine Rückmeldung zu Ihren Erfahrungen mit der Antragsstellung beim Ergänzenden Hilfesystem geben möchten,

wählen Sie bitte die kostenlose Telefonnummer 0800 400 10 50.

Die Beraterinnen und Berater von N.I.N.A. e.V. (www.nina-info.de) sind erfahrene Fachleute aus den Bereichen Psychologie und Pädagogik und verfügen über jahrelange Erfahrung in der Unterstützung von Menschen mit sexuellen Gewalterfahrungen.

  • 0800 400 10 50

Sprechzeiten

Montags: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Dienstags: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Mittwochs: 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Donnerstags: 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Freitags: 9:00 Uhr - 14:00 Uhr

 

Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrem Antrag haben, wählen Sie bitte die Telefonnummer 030 18555-1988.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch beraten Sie gerne.

  • 030 18555-1988

Sprechzeiten

Di: 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Mi: 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Do: 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Jedoch nicht an Feiertagen und am 24. und 31. Dezember