Quelle:  http://fonds-missbrauch.de/?13

Der Weg zum Fonds Sexueller Missbrauch

2003 hatte die Bundesregierung in einem Aktionsplan eine Gesamtstrategie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung vorgelegt. 2008 wurde die Umsetzung der Strategie überprüft und über den Stand der in diesem Aktionsplan vereinbarten Maßnahmen durch einen Bericht informiert.

Noch im gleichen Jahr hat sich die Bundesregierung an der Vorbereitung des "Dritten Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Heranwachsenden" 2008 in Rio de Janeiro beteiligt und hat die Ergebnisse aus dem Diskussionsprozess zum Ersten Aktionsplan dort eingebracht. Der Kongress war ein wichtiger Meilenstein bei der Gestaltung einer wirksamen Schutzpolitik für Kinder und Jugendliche. Deutschland hat als erstes Land mit der nationalen Umsetzung der Vorgaben des Kongresses begonnen.

Nach einer schockierenden Welle von Berichten vieler Betroffener hatte das Bundeskabinett am 24. März 2010 die Einrichtung des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" (Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch) beschlossen. Im Rahmen des Runden Tisches ist es gelungen, dass Wissen all jener zusammenzufügen, die sich in Theorie und Praxis mit dem Thema beschäftigen. Parallel zum Runden Tisch wurde am 24. März 2010 die Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs von der Bundesregierung ernannt. Am 24. Mai 2011 stellte die Unabhängige Beauftragte ihren Abschlussbericht vor.

Auf Grundlage der Ergebnisse und Forderungen des Weltkongresses, nationaler Folgekonferenzen und dem Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch entwickelte sich ein Gesamtkonzept zum Schutz von Minderjährigen vor jeglicher Form sexueller Ausbeutung und Gewalt: der am 27. September 2011 vom Kabinett beschlossene Aktionsplan 2011 zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung. Die Umsetzung dieses Aktionsplans wird durch eine Bund Länder AG mit einem Monitoring Prozess begleitet. Es haben sich vier Unterarbeitsgruppen zu den Themen Intervention, Prävention, Internationale Kooperationen sowie Kinderhandel und Tourismus gebildet.

Im November 2011 hat der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch seinen Abschlussbericht vorgelegt in dem die Einrichtung eines Ergänzenden Hilfesystems für diejenigen empfohlen wird, die in ihrer Kindheit bzw. Jugend sexuellen Missbrauch erlitten haben und noch heute an diesen Folgewirkungen leiden.

Zur Umsetzung dieser Empfehlung der Einrichtung eines Ergänzenden Hilfesystems für die Betroffenen sexuellen Kindesmissbrauchs wurde zum 1. Mai 2013 der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich eingerichtet.

Der Bund stellte 50 Millionen Euro für Betroffene zur Verfügung.

Seit Start des Ergänzenden Hilfesystems (EHS) am 1. Mai 2013 können Betroffene, die in einer zum Bund gehörenden Einrichtung sexuelle Gewalt erleiden mussten, Hilfeleistungen beantragen.

Alle am EHS beteiligten staatlichen und nichtstaatliche Organisationen finden sie hier.

Weitere Informationen zum Thema
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