Quelle:  http://fonds-missbrauch.de/?90

Wird ein Strafverfahren eingeleitet bzw. der Täter-/Täterinnenname erfragt, wenn ich den Antrag stelle?

Durch eine Antragstellung beim Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich (FSM) erlangt die Täterin oder der Täter von Seiten der Geschäftsstelle oder der Gremien des Fonds (Clearingstelle, Lenkungsausschuss) keine Kenntnis von der Antragstellung. Die Namensnennung der Täterin oder des Täters ist für die Antragstellung nicht erforderlich und wird anderen Personen oder Strafverfolgungsbehörden nicht mitgeteilt. Die Täterin oder der Täter wird von Seiten der Geschäftsstelle nicht über die Antragstellung informiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle und die Gremien des Fonds erstatten keine Strafanzeige.

Etwas anderes kann bei den Institutionen gelten, die dem Ergänzenden Hilfesystem beigetreten sind. Diese benötigen gegebenenfalls bei der Antragsprüfung Namen von Täterinnen oder Tätern. Aus datenschutzrechtlichen Gründen erfasst die Geschäftsstelle diese im Antrag nicht und leitet diese somit auch nicht an Institutionen weiter. Die Institution kann diese nur direkt bei den antragsstellenden Personen erfragen. Sobald der Institution der Name der Täterin oder des Täters bekannt ist, besteht die Möglichkeit, dass die benannte Person durch die Institution informiert beziehungsweise angehört wird. Es könnte sein, dass von Seiten der Institution gegebenenfalls Strafanzeige erstattet wird. Dadurch kann die Täterin beziehungsweise der Täter Kenntnis von der Antragstellung erlangen. Dies könnte dazu führen, dass sie beziehungsweise er eventuell selbst eine Strafanzeige wegen Verleumdung oder ähnliches gegen die Antragstellerin beziehungsweise den Antragsteller erstattet. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Ermittlungsverfahren gegen die Täterin oder den Täter und gegen die Antragstellerin beziehungsweise den Antragsteller auf Initiative der Täterin beziehungsweise des Täters eingeleitet werden.

Sofern die mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens oder einer Strafanzeige gegen die Täterin oder den Täter verbundenen Belastungen auf jeden Fall vermieden werden sollen, sollte der Name der Täterin oder des Täters den Institutionen nicht genannt werden.

zurück zur Übersicht

© Fonds Sexueller Missbrauch