Quelle:  http://fonds-missbrauch.de/?106

Welche Leistungen bietet der Fonds Sexueller Missbrauch für Betroffene mit erhöhtem Leistungsbedarf aufgrund von Behinderung?

Der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich ermöglicht verschiedene Leistungen, die die Leistungen des gesetzlichen und sozialrechtlichen Systems ergänzen. Für diese sogenannten "Sachleistungen" stehen pro Person maximal 10.000 € zur Verfügung. Der Leistungsbedarf von Menschen mit Behinderungen kann allerdings erhöht sein.

 

Sollte es im Einzelfall nach Überzeugung der Clearingstelle erforderlich sein, können Mehraufwendungen, die notwendig und angemessen sind, damit Menschen mit Behinderungen die Hilfeleistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen können (z. B. Assistenzleistungen, erhöhte Mobilitätskosten), bis zu einer Höhe von 5.000 € geltend gemacht werden. Ein Zusammenhang zwischen der Behinderung und dem sexuellen Missbrauch muss dabei nicht vorliegen.

 

Eine automatische Anhebung des Sachleistungsbetrages auf 15.000 € pro Person bei Vorliegen einer Behinderung entspricht nicht den Vorgaben der Leitlinien. Die Clearingstelle berät vielmehr in jedem Fall individuell, ob ein zusätzlicher Mehrbedarf von bis zu 5.000 € bewilligt werden kann. Machen Sie daher bereits in Ihrem Antrag konkrete Angaben zu Ihrem etwaigen erhöhten Mehrbedarf und fügen Sie ggf. eine Kopie Ihres Schwerbehindertenausweises bei. Auch in Fällen von behinderungsbedingten Mehraufwendungen gilt, dass die Leistungen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch nachrangig gegenüber dem bestehenden Netz sozialrechtlicher Versorgungssysteme sind. Voraussetzung ist demnach, dass die Betroffene oder der Betroffene die Mehraufwendung bei den zuständigen Leistungsträgern beantragt hat und gegebenenfalls ein Ablehnungsbescheid vorliegt.

 

© Fonds Sexueller Missbrauch